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7.

 

Chris konnte es nicht fassen. Und auch die Ärzte hielten es für einen makaberen Scherz. Innerhalb von 14 Tagen, war er nun bereits zweimal durch die Hölle gegangen und hatte beide Male dem Tod die kalte Schulter gezeigt. Er war ein Glückspilz, auch wenn sich das Erwachen und die damit verbundenen Schmerzen alles andere als glücklich anfühlten, wie Chris beim Öffnen der Augen wehleidig feststellen musste.

Die Mission war alles andere als geplant verlaufen.
Einfach rein und wieder raus. Wie in unseren Übungen, waren die Worte des Commanders über Funk in die Headsets, die jeder von ihnen während eines Einsatzes trug gedrungen. Doch dass es sich bei dem Einsatz um die Liquidierung zwei der namenhaftesten Rebellenanführer handelte schien absolut keiner seiner Kollegen so richtig bemerkt zu haben. Es war naiv zu glauben, in den Club reinmarschieren zu können, zwei gezielte Schüsse zu setzen und wieder draussen zu sein, bevor die Rebellen zu ihren Waffen griffen. Chris wusste das. Und das war nur einer der Gründe warum er, noch am Leben war.

*******

"Oh mein Gott, Alex du wurdest angeschossen," stieß es Lena mit zittriger Stimme heraus. In den letzten Sekunden hatten sich die Ereignisse in Lenas Kopf nur so überschlagen und ihr Gehirn hatte alle Mühe damit gehabt die Bilder sorgfältig zu verarbeiten und ihnen einen Sinn einzuflößen.

"Es ist nur ein Streifschuss. Mach dir mal um mich keine Sorgen Süße." Wir haben zur Zeit ganz andere Probleme ging es Alex durch den Kopf. Denn wenn es einer dieser Bastarde bis zum Stützpunkt schaffen sollte, stünden sie vor einem Rätsel, das nicht einmal Janson in der Lage wäre zu lösen. Langsam aber schier unaufhaltsam schien alles aus dem Ruder zu laufen.
Phase 2 musste umgehend eingeleitet werden.

*******

Sie hatte schon seit Stunden einfach nur da gesessen und ihn beobachtet. Sein weiches rundes Gesicht mit den schmalen Lippen und dem flachen Kinn verliehen ihm die Bubenhaftigkeit, die sie so sehr an ihm liebte. Zwei frische Narben auf seinem Oberkörper präsentierten die Strapazen der letzten Tage. Er musste endlich in seinem Beruf kürzer treten, wenn er von seinen beiden Töchtern noch was haben wollte, dachte Anna.
Obwohl sie mit 2 und 3 Jahren noch relativ jung waren, besaßen sie bereits jetzt schon eine so feste und innige Beziehung zu ihrem Vater, das es für Ausstehende gar grotesk wirken musste. Woher diese Zuneigung und Sehnsucht zu ihrem Vater ragte wussten beide nicht. Es gab Tage und Nächte in denen die beiden nicht einschlafen konnten ohne das Gesicht von Chris zu sehen. Aus diesem Grund waren lange Einsätze für Anna umso härter. Nicht nur das sie um ihren Liebsten bangte, nein, sie hatte auch zu Hause ihr ganz eigenes Vietnam auszufechten.

*******

"Was. Du willst Phase 2 jetzt schon einleiten. Bist du dir da auch ganz sicher. Ist sie denn überhaupt schon auf ihre Mission vorbereitet. Mit allen Fakten vertraut..."

"Vertrau mir James. Sie wird machen was ich ihr sage. Nicht umsonst haben wir sie damals mit Janson zusammengebracht. Er hat ihr über die Jahre hinweg alles beigebracht was man wissen muss. Sie ist die perfekte Tötungsmaschine, leise und effektiv, auch wenn sie es selbst nicht weiß. Sie wird uns nicht enttäuschen."

"Ich hoffe du weißt was du tust, Alex. Die Mission ist zu wichtig, dass sie auch nur im Ansatz scheitern darf. Sie wird unser Präventivschlag sein. Und er muss eine Wunde in die Reihen der Föderation reißen, so groß wie ein Loch das die ganze Welt verschlucken könnte."

"Und das wird Sie. Daran hege ich keinen Zweifel"

"Ok, Alex. Leite Phase 2 ein"

*******

General Okarzuri war einer der wenigen Förderalisten, der seine Position nicht dazu ausnutze den ganzen Tag am Schreibtisch zu hocken, Akten zu wälzen, Kaffee zu trinken und von Tag zu Tag immer dicker und unbeweglicher zu werden. Bei jeder Möglichkeit die sich ihm ergab sein Blut wieder in Wallung zu bringen war er mit von der Partie und wetzte über die Truppenübungsplätze. Jeder kannte und vor allen Dingen Jeder mochte General Okarzuri.
Einer der Gründe warum er nach bereits 10 Jahren Laufbahn bei der Förderation in einer der leitenden Positionen saß.
Und auch er hatte bereits vom Misserfolg der Mission letzter Nacht gehört. Wahrscheinlich war er sogar einer der Ersten der unterrichtet wurde. Nur ein Überlebender hatte es aus dem Schlamassel im Club geschafft. Ein gewisser Chris Türk, der nach 4 Stunden Op endlich auf der Wachstation des Krankenhauses lag. Laut seinen wagen Angaben konnte keine der beiden Zielpersonen elimiert werden und auch sonst könne er sich an rein garnichts mehr errinern. Trotz dieser schlechten Nachrichten blieb General Okarzuri ganz ruhig und gelassen, denn die Rebellen wussten nun endlich, dass sie ihnen auf die Schliche gekommen waren. Es würde nicht mehr lange dauern und dieser Zustand des Terrors und Widerstands würde endlich beendet sein.
Und auch die Trennung seiner Frau und die Berichte des Geheimdienstes über einen angeblichen Anschlags seitens der Rebellen auf sein Leben würden ihn nicht von seinem Ziel abhalten.

*******
Lena öffnete vorsichtig, in der Hoffnung alles sei nur ein böser Traum gewesen, langsam ihre Augen. Doch alles was sie sah, war Alex, die mit schnellen Schritten und dem Anflug eines Lächelns auf den Lippen auf sie zukam.

"Hallo Süße. Wir müssen reden".


17.6.07 14:43
 


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