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5.


Zischend flog ihm eine weitere Kugel knapp am Helm vorbei. So das sie krachend in der Wand stecken blieb.
Nach Deckung suchend das Gewehr nah an den Körper gedrückt, im Anschlag haltend schleicht er in fast gebückter Haltung entlang der halb zerschossenen Mauer. Betonstaub rieselt von der Decke, das Glas zerborstener Scheiben knirscht unter seinen schwarzen Armeestiefeln. In der Ferne ist weiteres schweres Gewehrfeuer zu vernehmen. Er zuckt kurz. Feine Schweißtropfen suchen sich ihren Weg über sein mit Staub verdrecktes Gesicht. Der Schweiß brennt in den Augen und nimmt ihm merklich die Sicht. Mit sicherem Abstand zur mit Einschusslöchern übersäten Wand, lehnt er sich an eine tragende Betonsäule. Nur schwer lassen sich die verschwitzen Hände aus den Handschuhen ziehen. Das schwere Maschinengewehr an die Wand gelehnt, wischt er sich erst die Hände an der braun grau gefleckten Tarnhose ab, um sich dann zumindest ein wenig des Schweißes mit der nun trockenen Hand aus dem Gesicht zu wischen.
Donnernd schlägt eine Granate nur wenige Meter von ihm entfernt in die Wand ein. Das Gebäude bebt. Splitter, Steine, Staub fliegen wild umher. Mit voller Wucht wird er von der Druckwelle getroffen, zu Boden gedrückt. Weiteres Adrenalien schiesst durch seinen Körper. Staubwolken ziehen durch den Raum, die Siloutte eines Sodaten der sich auf der anderen Seite durch den Raum kämpft ist kurz zu sehen. Kurze Zeit später schlägt eine weitere Granate direkt in den Raum ein. Etwas trifft in hart im Gesicht, deutlich hört er wie seine Nase bricht. Für einen Moment hält er die Luft an, der Schmerz strahlt durch den ganzen Körper.
Er weiß es ist nicht bloß die Nase, auch sein Rücken fühlt sich seltsam an. Vom Lärm der einschlagenden Geschosse schon längst Taub, vom Schmerz überwältigt, bleibt er vor Schock liegen. In seinem von Staub verschwommenen Blick, glaubt er die Zeit stehen bleibein zu sehen. Die sich verbreiternden Wolken aus Staub, die kleinen von der Wand absplitternden Steine scheinen nur noch in Zeitlupe durch den Raum zu fliegen.
Unbewusst schaut er an sich herab, Blut tropft ihm das Gesicht herunter und vermischt sich mit dem Dreck auf dem Boden. Er keucht, hustet Blut steigt ihm durch den Hals in den Mund . Ein unsäglicher Schmerz macht sich im ganzen Körper breit. Erschöpft bricht er zusammen.
Es fröstelt ihn. Ein ihm unheimliche Kälte erfasst seine Gliedmaßen. Zu schwach um sich zu bewegen, bleibt er einfach liegen.

*****************

“Chris, Chris....oh.. mein Gott.”


“Gehen sie weg da Soldat..., sichern sie uns lieber ab”

“Verdammt er ist fast tot, extrem schwacher Puls, ich kann ihn nicht retten! Die Infusion wird nichts bringen. Schauen sie sich bloß dieses riesen... Loch an, Sir”

“Nichts da, tun sie alles was möglich ist um ihm in wieder zurück zu holen, wenden sie das neue System an. Wir sichern ihnen den Rücken, Sani.”

“...Ja, Sir... Dann bringen sie ihn hier schnellstens raus. Ich muss ihn in der Basis behandeln.”

“Dann los, Soldat. Abmarsch!”

****************************

Vor weniger als einer Stunde hatten sie sich noch innig geliebt. Sie hatte seine Stärke, seine Kraft aber auch seine Sinnlichkeit gespürt. Mit den Fingern, sanft die Konturen seines Körpers umfahrend. Hier und dort kurz verharrend um entlang der vielen Narben die seinen Oberkörper zeichnen, ihn einfach nur zu berühren. In einem helleren Ton zum Rest seiner Sonnen gebräunten Haut, setzt sich eine riesige Narbe über seinen flachen Bauch fort bis kurz unterhalb der ersten Rippe.
Er sprach nicht darüber, woher sie stammte. Doch als sie sie sanft berührte schrak er kurz zurück, nur um sie dann doch gewähren zu lassen. Ein Lächeln huscht über ihre Lippen, als sie über das vergangene nachdachte. Mehr noch ein warmer Schwal purer Wärme durchflutete kurz ihren Körper. Sie hatte sich sein weißes Hemd angezogen, das nun an ihrer noch nassen Haut kleben blieb. Durch den weißen Stoff zeichnen sich ihre großen Brüste ab, so das wenn man genauer hinschauen würde, ihre Brustwarzen nicht bloß erahnen müsste. Deutlich zeichnet sich an den Hüften ihr kleiner “Babyspeck” ab.
Wäre nicht der Anruf gekommen würde Chris sie gleich wieder lieben. Oder einfach nur ihre warme Haut an der seinen spüren, sie umarmen ihren rasenden Puls fühlen wenn er sie Liebkost.
Doch statt dessen machte sich jetzt wieder die Kälte in seinem Körper breit. Ein Einsatz stand wieder bevor, dabei war er doch tot. Zumindest für mehr als 24 Stunden bevor sie ihn wieder zurück geholt hatten. Noch heute spürte Chris die eisige Flüssigkeit die sie im durch sein gesamtes Blutsystem gespült hatten, um seinen toten Körper wieder zusammen zu flicken.
Seine Seele nach Stunden wieder in den Körper zurück zu holen. Den Soldat Chris Van Haan wieder in die elitären Reihen der Armee zurück zu holen. Drei Jahre war das nun her, drei Jahre in denen er schon lange tot war.

Bis er endlich durch Anna wieder einen kleinen Funken Wärme in seinem Leben gefunden hatte. Anna blickt mit einem verwirrten fast traurigen Blick zu ihm herüber. Das Hemd steht ihr wirklich gut, dachte Chris. Ein kurzer inniger Kuss, mit den Händen sie noch einmal zu sich ziehend, verabschiedet er sich an der Haustür von Anna.

“Wilkommen an Bord, Sir” begrüsst ihn der Ladeschütze der Hubschrauberbesatzung und zieht ihn mit der Hand in das Innere. Die auf Schienen befestigte Tür schnellt in das Schloss, so das Chris nur noch durch ein kleines Seitenfenster beobachten kann, wie Annas Haus unter dem immer höher steigenden Flug des Hubschraubers kleiner wurde. Die anderen des Teams, alle fünf, saßen auch schon im halbdunkel des Hubschraubers, der durch die tiefe Nacht raste.
Alle in ihren dunkel grauen Exoanzügen. Wie Ritter aus einer vergangenen Zeit der Körper volkommen geschützt durch einen dem Körper perfekt angepasste Rüstung.
Der Vorteil gegenüber dem Mittelalter war einzig der ,dass die Rüstung, um einiges leichter, flexibeller und von den Außentemperaturen unabhängig war.
Chris kannte alle aus dem Team, jeder von innen diente genauso lange in der Armee wie er. Alle waren schon einmal auf dem Schlachfeld gestorben. Einzig mit einem Kopfnicken begrüssten ihn die anderen, den die Gesichter waren unter der Panzerung des Exoanzuges nicht zu erkennen. Nur das gelegentlich leise Klicken, der hellblau leuchtenden Okulare die am Helm angebracht waren, deutete darauf hin das die Soldaten in anblickten.
Die Okulare stellten sich automatisch jedesmal scharf, wenn der Soldat im Anzug seine Iris bewegte. Was futuristisch anmutet war für diese Soldaten Alltag.

Niemand hatte bis jetzt über diese neuen Anzüge berichtet, weil niemand ein Zusammentreffen mit dieser Einheit überlebt hatte. Selbständig zog auch Chris sich den Anzug über, der vor mehr als einem Jahr auch an seinen Körper angepasst wurde. Der Helm kam zuletzt und hüllte vortan seine Sicht in ein helles blau, das die dunkle Nacht volkommen hell, klar erscheinen lässt. So neu und toll die Anzüge auch waren die Waffen waren die selben geblieben.
Der Fortschritt im Militär war endlich einmal den Soldaten zu gute gekommen.

“Einheit 27-583 hören sich mich?” Die raue Stimme des Kommanders klang erschreckend nah.


“Ja, Sir wir hören sie klar und deutlich,” sprach Chris kurz in sein Helmmikro.

“Wie ich höre sind sie also vollzählig. Folgendes ihre Ziele für diese Nacht sind das ausschalten zweier Rebelenführer, so wie deren Helfer. Das Zielgebäude ist ein Zivilgebäude, ein Club namens “ “, in der Stadt Angelic. Sie werden auf dem Dach abgesetzt und arbeiten sich dann die drei Etagen hinab durch.
Auf Zivilisten ist diesmal keine Rücksicht zu nehmen. Ihr Einsatz ist wie immer vom Premier der EU abgezeichnet worden. Sie sind niemanden Rechenschaft schuldig!
Die Bilder der Rebelenführer sind ihnen allen bekannt. Es handelt sich um Alexandra Rewa und James Connor. Beide verwickelt in mehrere Anschläge auf U-Bahnen in den letzten zehn Monaten des Ausnahmezustandes.
Alle Personen die ihnen zusätzlich verdächtig vorkommen sind zu liquidieren. Es ist kein Widerstand zu erwarten. Viel Erfolg.”
Die Stimme des Kommanders verstummte abrupt.

Das Leise Surren der Turbine des Hubschraubers nahm dafür nun die Geräuschkulisse ein. Sich entspannend schloss Chris noch einmal die Augen.

“Noch 10 Minuten, bevor wir das Ziel erreichen,” gab der Ladeschütze kurz durch.

1.6.07 16:25
 


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