Startseite
  Archiv
  Augenblicke
  Autoren stellen sich vor!
  Gästebuch
  Kontakt
 


Webnews



http://myblog.de/fortsetzung

Gratis bloggen bei
myblog.de





Fortsetzungsgeschichten

Dieser Blog wird in Zusammenarbeit von mehreren Autoren geschrieben, mit dem Ziel ihre kreativen Werke vielen Lesern dar zu bieten

Die Geschichten die hier gepostet werden sind fiktiv oder an reale Ereignisse angelehnt.

Um erstmal zu erklären was eine Fortsetzungsgeschichte ist, muss man nur wissen das es fast keine Regeln gibt. Außer folgende:

1)Die Reihenfolge der Autoren muss eingehalten werden. Bei der ersten Geschichte werden wir zu viert beginnen. Also hat jeder Autor eine Zahl: 1.2.3.4.

2)Jeder Post darf nur maximal zwei DIN A4 Seite lang sein oder minimal ein Absatz.  

3)Mehr als vier Hauptcharactere sollten nicht vorkommen sonst wird es unübersichtlich.

4)Es gibt keine Grenzen!!!!!!!!!!!

Der erste Teil der von mir selbst vorgegeben wird, enthält den ersten Character und eine vage Beschreibung der Umgebung. Was nun folgt ist jedem selbst überlassen.
Es können neue Charactere eingefügt werden, das Genre kann gewechselt werden oder ganz schlimm der Character kann ausgetauscht  (Getötet usw.) werden.
Einfach egal!

16.5.07 20:06


Geschichte?!

 

 1.

Schnell zieht die in Dunkeleheit gefasste Landschaft an Lenas Augen vorüber. Im Glas des Busfensters spiegeln sich bunte Häuserzeilen, die eine Palette aus bunten grellen Farben dem Betrachter darbietet und sogleich auch wieder verschwinden.

Faszinierd blickt Lena hinaus auf die belebte Straße mit all den Menschen, die sich an diesem Abend in der Stadt vergnügen wollen. Gedämpftes dringen all die neuen Geräusche durch das Fenster hindurch zu ihrem Ohr. Gelächter, Gesprächsfetzen der gewöhnliche Lärm einer abendlichen Hauptverkehrsstraße. Unmerklich biegt der Bus von der Hauptverkehrsstraße ab hinein in eine weitere Straße die wieder hinaus aus der Stadt führt. Von Faszination gebannt vergisst sie es fast an ihrer Haltestelle auszusteigen. Doch knapp gelingt es ihr doch noch durch die sich schon schließende Bustür zu schlüpfen, wobei sich kurzzeitig der Saum ihres aus grüner Spitze bestehenden Rocks im Spalt der Tür einklemmt. Mit einem leichten Ruck bekommt sie ihn noch rechtzzeitig frei, bevor der Bus davon rumpelt.

Feiner Regen setzt ein der sie dazu zwingt, sich kurzzeitig unter zu stellen. In der Ferne ist leise das Rauschen des Meers zu hören. Fast könnte man sich vorstellen wie Welle auf Welle gegen die Klippen brandet.

Sanft legt sich der silberne Schein des steigenden Vollmonds auf die Landschaft. Fröhlich lächelnd schaut sie in ihr eigenes Spiegelbild, das sich grün bemalt in den Scheiben der Bushaltestelle spiegelt. Eingerahmt von ihren mit grünen Stoffstreifen durchwirktem Haar, sieht sie in das Gesicht einer angehende Fee. Einzig die Spitzen Ohren fehlen. Zusammen mit ihrem eleganten Korsett dessen roter erdbeerfarbener Stoff nur durch spitz zulaufende Bordüren, kleine zierliche Schleifen, sowie die an der Vorder- und Rückseite angebrachte breite Schnürung aus grüner Seide abgegrenzt wird. Umgreift der Saum der Körpchen aus gerafter Seide glatt ihre Brüste wie zwei große Salatblätter. Körperbetont umschmiegt das Korsett perfekt ihren Oberkörper, ein Blickfang für jeden Betrachter. Mit den drei untereinander gefächerten spitze zu laufen Schmetterlingesflügeln auf dem Rücken, deren Stoff zusammen mit dem Licht des Mondes silbrig grün glänzen könnte man fast glaube das sie echt seien.

Ein sinnliches Lächeln huscht über ihre bunt geschminkten Lippen.

Der Regen hat nachgelassen, so das sich auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel machen kann. Erfüllt von der neuen Umgebung, atmet sie tief die frische Luft ein, die der kurze Regenschauer gebracht hat. Der Asphalt der Straße glänzt ein wenig von dem feinen Film aus Regenwasser. Aus Spaß rutscht Lena, soweit es überhaupt geht mit den glatten Sohlen ihrer Convers über die Straße. Ab und zu verhackt sich die Spitze ihres langen Rocks unter den Schuhen, so das sie stolpert. Voller fast kindlicher Freude bemerkt sie überhaupt nicht in welche Richtung sie sich in den letzten Minuten bewegt hat.

Bis sie sich vorsichtshalber um nicht weiterhin stolpern zu müssen kniend ihre Schuhe zubindet. Mit einem Seitenblick erkennt sie ein Symbol das den meisten Bürgern in dieser Zeit viel zu oft im alltäglichen Leben begegnet. Eine Barriere aus Stacheldraht und Sandsäcken ist gerade mal einige Meter entfernt von ihr auf der Straße aufgetürmt. Direkt neben ihrem Schuh, den sie sich soeben zugebunden hat, ragt der Pfahl eines Schildes auf das deutlich macht sich nicht weiter dieser Zone zu nähern. Hinter den Barrieren aus Sandsäcken, sind deutlich die in ihre Richtung und in Anschlag gebrachte Läufe zweier Maschinengewehre zu erkennen. Leicht verdeckt dahinter die grauen Stahlhelme der Soldaten die in der heutigen Zeit überall zugegen sind.

Lena fröstelt es, mit einem Blick auf die Uhr vergewissert sie sich das es bis zur Sperrstunde noch lange hin ist.

Zielstrebig nimmt sie ihren Weg wieder auf und erinnert sich an die Erläuterungen Alexandras wie sie zu dem Club gelangen kann.”Nach der dritten Straße kurz vor der Straßensperre links abbiegen...”

 

16.5.07 20:08


2.


Mit einem Flackern schalten sich die Straßenlampen an. Sie schaut hinauf zum Mond, der jetzt für gewöhnlich viel weniger Beachtung findet.

Sie überlegt, wie lange sie heute abend wohl weg bleiben würde? Sie mochte die Stimmung, wenn man morgens früh, wenn es schon hell wurde, leicht betrunken aus einem Club kam. Ihr würde wohl auch nichts anderes übrig bleiben, immerhin fuhren die Busse erst wieder ab halb 5.

Als sie in die Straße einbiegt sieht sie vor sich eine Gruppe Jugendlicher laufen. Anscheinend wollen sie auch in den Club. Lena läuft möglichst leise, um nicht die Aufmerksamkeit der anderen auf sich zu ziehen.

Mittlerweile kann sie schon die Musik hören, die aus dem Club nach außen dringt. Die Gruppe, die vor ihr gelaufen war, hält an und scheint irgendetwas zu beraten. Sie geht an ihnen vorbei und schaut an dem Gebäude hoch. In dieser Gegend gibt es einige Clubs, aber dieser hier muss es sein. Schwere, blau-violette Buchstaben, die das Wort „Linda“ bilden, deuten darauf hin, dass sie am richtigen Ort ist. Und nicht zuletzt die ohrenbetäubende Gothic-Musik, die Alexandra so liebt.

Der Mann an der Kasse sagt etwas, doch Lena kann ihn kaum verstehen. Sie hasst es, wenn Musik so unnötig laut ist. Schließlich hatte sie nicht vor, wie eine Wahnsinnige Brüllen zu müssen, um ein wenig Small-Talk zu betreiben.

„Wie bitte?“, sagt sie mit einem fragenden Blick. Das Lied im Hintergrund- oder besser gesagt, im Vordergrund, da es sämtliche anderen Geräusche vernichtet- hört gerade auf, als der Mann auf einen kleinen Kasten mit Personalausweisen deutet und meint: „Dein Personalausweis“.

Verdammt. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Daran hatte sie aber auch gar nicht gedacht; in die Clubs, die sie sonst besuchte, war sie immer ohne Probleme hinein gekommen.

Sie kramt den Perso aus ihrem Portemonnaie und legte ihn auf den Tisch. Sie weiß nicht, ob dieser Club hier allgemein ab 18 ist oder ob sie zu einer bestimmten Uhrzeit rausgeschmissen werden würde. Wenn ersteres der Fall war, dann würde Alexandra morgen ordentlich was von ihr zu hören bekommen.

Aber Alexandra hat Glück – halbwegs zumindest. „Bis halb 1“, sagt der Mann. Lena bezahlt und fragt sich, ob sich drei Euro für eine mickrige Stunde lohnen würden – wahrscheinlich nicht.

 

18.5.07 15:55


3.


Die Atmosphäre des Clubs entsprach Lenas Vorstellungen.

Mattes Licht, von an der Decke befestigten Lüstern, bahnte sich mühselig seinen Weg nach unten. Das sporadische Aufflackern von im Raum verteilter Kerzen, konnte die Dunkelheit trotz aller Bemühungen nur für kurze Zeit zum Rückzug zwingen.

Vor Lenas Augen, die sich mittlerweile an das schummrige Licht gewöhnt hatten, formierte sich ein bizarres Bild. Körper, in lange schwarze Gewänder gehüllt bewegten sich wie in Trance durch die Szenerie. Lena fühlte sich in einen schlechten Vampirfilm versetzt.

Langsam und darauf bedacht, neugierige Blicke von sich abzuwenden, setze sie vorsichtig einen Fuß vor den Anderen. Geschickt wie ein Footballspieler, der den Tacklings seiner Gegenspieler beim Angriff ausweicht, schlich sie langsam durch den Club in Richtung Bar.

Wütend darüber, wie Alexandra ihr nur so ein bescheuertes Outfit hatte empfehlen können, bestellte sie sich ein Bier.

Wenigstens ließen ihre schönen langen schwarzen Haare, um die sie schon immer von allen anderen Mädchen beneidet wurde, Lena nicht ganz fehl am Platz erscheinen, wie sie resümierend beim ersten Schluck ihres Bieres zufrieden feststellte.

Die Kühle der Flüssigkeit, die sich langsam den Weg durch Lenas Körper bahnte, ließ ihren Puls etwas zur Ruhe kommen.

Wo blieb Alex nur, ging es ihr bei dem letzen Schluck und dem Bestellen eines neuen Bieres, beiläufig durch den Kopf.

***

Alexandra kannte den Weg zum Club wie ihre eigene Westentasche.

Doch seit der großen Explosion vor 3 Jahren hatte sich plötzlich alles schlagartig verändert. An jeder Ecke, standen Mannschaftswagen der Föderation. Die Soldaten warteten nur darauf wie die Helden aus ihren Actionfilmen los zu sprinten um die Menschen zu retten oder diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die die Ausgangssperre missachteten.

Die Häuser durften nach 11 Uhr nur mit einem gültigen Checkpass der Regierung verlassen werden. Aber die Sperrstunde hatte Alex noch nie davon abgehalten, zu tun was sie wollte. Und außerdem hatte sie Lena seit Tagen nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Ein selbstbewusster Blick auf die Uhr, deren Ziffernblätter bereits 11.10 erreicht hatten, mahnte sie zum Aufbruch. Sie musste los.

Voll geschminkt und perfekt gedresst machte sich Alexandra mit wachsamen Augen auf den Weg zum Club.

 

 

 

 

 

25.5.07 08:23


4.

 

Für gewöhnlich, trat nach dem Aufprall des Körpers auf dem Boden, eine friedliche, im bittersüßen Nachgeschmack des Verbrannten ruhende, Stille ein.

Schnell wendete Janson seinen Kopf nach rechts. Gelächter war aus dem Gang zu hören, was bedeutete, dass er nicht mehr allein war. War er überhaupt alleine gewesen? Hatte nicht Alex gesagt, er wäre ungestört - egal, wie als wolle er den Gedanken aus seinem Kopf schütteln, zuckte er zusammen, kniff die Augen zu und rannte nach oben.

Sein Koffer lag noch auf dem Bett, er warf die Waffe achtlos rein, schlug den Deckel zu. Ein letzter Blick - hatte er etwas vergessen? Das Fenster im Zimmer stand noch weit offen, zum Schließen hatte er keine Zeit, er durfte nicht erwischt werden, nicht jetzt - nicht heute.

Trotzdem - mit der Hastigkeit eines Zuspätgekommenen zog er die Flügel des eleganten Jugendstilfensters zu und schlug den Vorhang drüber. Keine Zeit um nach liegengebliebenen Indizien zu suchen, keine Zeit um darüber nach zu denken, ob er nicht doch - nein. Er hatte den Auftrag, wie geplant erledigt.

Er hatte sie angerufen, anonym. Wie aus billigen Krimiserien hatte er die klischeehafte Zuflucht einer Telefonzelle gesucht, hatte mit zittrigen Fingern die Nummer getippt und wie ein kleiner Junge, hatte er um eine Audienz gebeten, nach Vorwänden und Ausreden gesucht, gestottert und gebettelt, in Gedanken ihre Kehle befühlt, zugedrückt, um in dem selben Augenblick sein süßestes " Bis bald, mein Engel." zum Besten geben.

Drei Tage davor hatte er sie beobachtet, wie sie vom Alkohol besäuselt durch die Zimmer gewankt war, wie sie im Garten die Jugend der Wildrosen zum Schein ihrer Ästhetik geopfert hatte, wie sie zeitlos und seelenlos die Nächte in ihrem Schlafzimmer wachgeblieben war,

um heute, seinen Job, richtig und schnell ausführen zu können.

Er war früh aufgestanden. Es war nicht einmal sieben, da hatte er schon mit der Präzision die ihm eingetrichtet worden war, seinen Koffer gepackt, seine Krawatte gebunden und die letzte saubere Kaffeetasse im Haus gesucht. Er hatte es gehasst, den letzten kalten Schluck Kaffee. Er hatte es trotzdem zu Ende getrunken.

Auf der Fahrt zu ihrem Haus, lief im Radio ein altbekanntes Lied, aus besseren Zeiten. Er hatte mit gesungen, er hatte sich gut gefühlt. Sogar dann, als sie in mit den schreckengeweiteten Augen eines vom Aufprall eines Autos überraschten Rehs angesehen hatte, als er abdrückte, hatte er sich gut gefühlt.

Nun bahnten sich die wirren Stimmen aus dem Gang in kleinen Adrenalinstößen durch sein Blut. Sein Herz raste - er musste raus hier. Er durfte nicht entdeckt werden.

Die Stimmen kamen von rechts, er wagte einen Blick raus. Der Gang vor ihm schien leer zu sein. Langsam tastete er sich Richtung Treppe. Ihre Leiche lang immernoch jämmerlich zusammengekrümmt am Absatz, übertünchte den reichen grünen Teppich über den Marmorstufen mit dem satten, hellroten Blut ihrer minderwertigen Arterien. In den meisten Fällen reichte der eine Schuss aus, um sie zu töten.

Es war immer nur dieser eine Schuss, der sie tötete. Dieser eine Schuss, der ihn dazu zwang, sie zu töten.

Unten angelangt, genügte ein Blick um zu wissen, woher die Stimmen kamen. Ein Fernsehbildschirm aus dem großen weißen Wohnraum rechts im Erdgeschoß flackerte mit den Kerzen um die Wette, große Figuren verliefen sich auf Wänden. Er ging zum Gerät, und schaltete es ab und eine plötzliche eintretende Ruhe, erschien Janson für eine Sekunde verdächtig, dann trat die gewohnte Stille ein. Janson ließ sich auf den einladenden Sessel vor dem Bildschirm nieder, er wusste, er sollte jetzt gehen. Dieses Haus verlassen, keine weiteren Zufällen die Gelegenheit überlassen, ihn mit weiteren eiskalten Schlägen in seiner Brust zu überraschen. Aber er musste wieder zu Verstand kommen - kein leichtes Unterfangen, wenn man knapp 21 Jahre alt ist, wenn man weiß, wie man Menschen tötet, wenn man weiß, die Leichtigkeit des Todes könnte eines Tages auch ihn einholen.

Er rief Alex an, schließlich musste sie darüber informiert werden, dass er seinen Auftrag erledigt hatte.

 

****

" Ein Fernseher. "

" Ja, es lief ein Film über eine .. "

" Jans, es spielt keine Rolle, was für ein Film auf dem verdammten Kasten lief - war dieser besagte Fernseher schon eingeschlaten, als du gekommen bist ?"

" Ich weiß es nicht. Sie hat mich gleich nach oben geführt, ich wollte nicht warten."

" Das weiß ich, du kannst niemals warten .. "

" Ja."

" Hat sie mit dir gesprochen ? "

" Nein, nur das Übliche - Wetter, Alkohol, diverse Neurosen. Es ging schnell, Alex. Ich habe ihr nicht viel Zeit gelassen.

" Gut. Sehr gut. Kann ich morgen mit dir rechnen ?"

" Ja. Ich bin um spätestens 16.30 am Bahnhof. Ich habe schon reserviert."

" Hin und retour ?"

" Hin und retour, ich habe nicht vor, erwischt zu werden, wenn du das wissen möchtest."

" Nein. Ich weiß."

" Ich melde mich, wenn ich angekommen bin. "

" Das hoffe ich. Jans, ich zähle auf dich. Vermassle es nicht. Wir brauchen diesen einen Auftrag."

" Ich brauche diesen einen Auftrag. Grüß sie von mir Alex, auch wenn ... "

" Gute Nacht, Jans."

Klick.

Kaum hatte sie ihr Telefon zugeklappt, bohrten sich Lenas Blicke durch ihre Haut. Die Telefongespräche mit Janson waren notwendig, um ihn bei Laune zu halten. Es war heutzutage nicht mehr einfach, junge engagierte Mitglieder zu finden, und in Janson, war sich Alexandra sicher, hatte sie einen verlässlichen und zugleich ungeschliffenen Diamanten gefunden, den sie ungerne verlieren wollte.

" Alex, wir haben nur noch eine dreiviertel Stunde - was wolltest du mir besprechen ? " Lena ließ nervös das kleine Gläschen in ihrer Hand auf die Theke klirren. Sie hätte wissen müssen, das Lena unnötige Fragen stellen würde, aber nun gut - diese Chance ließ sich Alex nicht entgehen. Zumal Lenas Nerven angespannt waren - nicht zuletzt wegen ihrem auffälligen lächerlichen Outfit, ihren prall geschminkten Lippen, ihren dick mit schwarzer Farbe getuschten Wimpern. Zwischen der Club-Gesellschaft, einen Underground Vereinigung der Rebellen, wirkte Lena wie eine Discokugel. Alle Augen im Raum waren auf sie gerichtet, schlichen aus den Augenwinkeln mit gierigen Blicken über Lenas Dekoltee.

Alex ergriff die Gelegenheit im Mittelpunkt zu stehen - so konnte Lena ihr nicht entkommen.

" Es geht um Janson, er braucht dich. Ich brauche dich. Du weißt", Alex schluckte, die Worte hatte sie vor Tagen in Gedanken zurecht gelegt, hatte sie abgewogen und gereiht, nun schienen sie wirr und unrealistisch, und sie wusste nicht, ob sie es aussprechen durfte " du weißt, er hat es nicht so gemeint. Es ist nur - Lena, er hat viel um die Ohren. Er mag dich, er mag dich sehr - und er möchte nicht, dass seine Arbeit zwischen euch steht." Lena wischte sich langsam einen Tropfen von der Lippe. Sie lächelte. " Ich weiß, dass er mich braucht, aber du weißt, was ich darüber denke, Alex. Die Zeiten haben sich geändert - ich habe Angst. Ich habe Angst um ihn, ich habe Angst um mich. Ich kann nicht mehr mit ihm zusammen sein. Es wird uns verraten, und - vielleicht werden wir daran zu Grunde gehen."

Ihre traurigen Augen verrieten für eine Sekunde die Verzweiflung die in dieser hübschen kleinen Person steckte. Eine Verzweiflung, eine tief verwurzelte Angst vor dem Tod, vor dem nochmaligen Verlust eines Menschen, der einen Liebe in ihrem Leben, führten Lena dazu, Janson aus ihrem Herzen zu verbannen. Auch wenn der Preis zu hoch war , die Schmerzen zu unerträglich waren, so dass sie sich tagtäglich selber mit rostigen alten Messern und unschuldig glitzernden Glaskanten ihre Umrisse in die rosige Haut ritzte.

Sie erstickte die Liebe in ihrem eigenen höchstpersönlichen Leid, anstatt sie eines Tages in unzähligen Paranoia und verklebtem Blut ertränkt, wieder zu finden.

Alexandra wusste, worin sie sich wieder gefunden hatte - es war das gleiche Bild, dass sich in Lenas Augen spiegelte, als ihr der nächtes Shot die heiße Kehle runterbrannte.

Im satten Dunkelrot getränkt .. damit hatte alles angefangen. Mit Blut - der einzigen, unendlichen Liebe ihres Lebens.

 

30.5.07 02:10





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung